Kinder werden nicht allein zweisprachig!

2022 febr 8.

Sprachvermittlung mit dem Prinzip „Eine Person – eine Sprache“

Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen hat in diesem Schuljahr eine online Fortbildung im Förderbereich Erhaltung der deutschen Sprache gestartet.

Ziel ist die Qualitätsförderung der deutschsprachigen Erziehung in den Nationalitätenkindergärten.

Es haben sich 15 Kindergartenpädagoginnen dazu entschieden, sich mit dem Sprachvermittlungsmodell „Eine Person – eine Sprache“ vertraut zu machen, und ihre Sprachkenntnisse praxisbezogen zu erweitern und dieses Prinzip parallel in der eigenen Gruppe einzuführen. Dieses Modell kommt aus dem Familienbereich, wo die Sprachen in der Familie bestimmten Personen zugeteilt sind. Ein Elternteil bevorzugt die Umgebungssprache, meistens die Sprache des Landes, in dem sie leben, der andere Elternteil spricht die eigene Muttersprache. In einem zweisprachigen Kindergarten spricht eine Kindergärtnerin die Umgebungssprache, also in unserem Fall ungarisch, die andere Kindergärtnerin die neue Sprache, die deutsche Nationalitätensprache. Dies sollte konsequent umgesetzt werden, ohne damit zu verkrampft umzugehen. Bei diesem Sprachvermittlungsmodell übernimmt die ungarndeutsche Kindergärtnerin in der Gruppe die Rolle der „deutschsprachigen Kindergärtnerin“. Sie geht so damit um, dass sie die Kinder in ein Sprachbad eintaucht, in jeder Situation konsequent nur auf Deutsch spricht und kontinuierlich nur die deutsche Umgangssprache benutzt. Die Rolle der „deutschsprachigen Kindergärtnerin“ – in der Fachliteratur „Immersionsfachkräfte – setzt eine ungarndeutsche Kindergärtnerin, die sichere Sprachkenntnisse beherrscht, pädagogisch bewusst, konsequent und engagiert ist, voraus, wobei Kinder gerne als „Dolmetscher“ auftreten dürfen, wenn sie dies möchten.

Die online Form ermöglicht, dass praktizierende Kindergartenpädagogen vom ganzen Land aus Gyula, Elek, Taksony, Iklad, Budapest, Érd, Hajós, Várdomb, Kislőd an der Fortbildung teilnehmen können, aber laut Rückmeldungen der Teilnehmer wurde eine gemischte Form von online und persönlicher Teilnahme effektiver.

Brigitta Cseri und Erika Katók-Rest meinen, dass der erste Schritt war, sich dieses Sprachvermittlungsprinzip klar zu machen. Es kam auch vor, dass mehrere Kindergärtnerinnen aus demselben Kindergarten für den Kurs Interesse zeigten. Sie waren der Meinung, dass man das Gelernte untereinander besser besprechen und aufarbeiten kann. Sogar ist die Möglichkeit entstanden, die Methode schrittweise einzuführen. In diesem Prozess konnten sie einander gleichzeitig unterstützen, Erfahrungen austauschen, einander ermutigen und anderen die Methode vorstellen.

Der fachliche Austausch mit den Kolleginnen, die Wissensteilung spielten auch bei Bernadett Balog eine bedeutende Rolle: „Ich habe konkrete Ideen und methodisch-didaktische Anweisungen bekommen, wodurch meine Arbeit niveau- und inhaltsvoller geworden ist. Ich wurde dazu motiviert, die Kenntnisse mit meinen Kolleginnen zu teilen und dass die Sprache in meinem pädagogischen Alltag einen festen Bestandteil bekommt und immer präsent ist.”

„Die Methodik war mir dabei sehr hilfreich, meine junge Kollegin, die dieses Jahr mit mir in der Gruppe arbeitet und jetzt die deutsche Ausbildung für Kindergärtnerinnen angefangen hat, sie bei ihrem Studium und bei ihrer Arbeit besser und bewusster unterstützen zu können.“ – meinte Monika Manga-Beck aus Hajós.

„Ich habe mehr Mut, neuen Schwung und Motivation bekommen, noch mehr mit den Kindern und auch mit den Kolleginnen deutsch zu sprechen.“ – teilte Monika Manga-Beck auch mit.

„Mein Wortschatz hat sich viel entwickelt, so kann ich meine sprachliche Modellrolle bewusster übernehmen.” – schrieb Bernadett Balog.

Der erste Schritt wurde getan. Der Kurs hat die Teilnehmerinnen angespornt, konsequentes Sprachverhalten zu praktizieren, die Schlüsselfunktion der Kindergartenpädagogin in der Sprachvermittlung zu erkennen, die eigenen Sprachkenntnisse auch im Bereich Fachsprache zu entwickeln. Der Mühe ist es wert!

Der Online-Kurs „Eine Person – eine Sprache“ konnte durch die Förderung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat durchgeführt werden.

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