Inspiration und Praxis im DaF-Unterricht mit Leonhard Thoma“
Am 3. in Vaskút/Waschkut und 4. Juni 2026 in Veszprém/Wesprim nahmen rund 25 Lehrkräfte aus deutschsprachigen Nationalitätenschulen in Ungarn an einer praxisorientierten Fortbildung mit dem auch in Ungarn schon bekannten DaF-Autor und -Didaktiker, Lehrbuchautor Leonhard Thoma unter dem Titel: „Achtung! Kurzgeschichten – alle einsteigen!“ teil. Die Veranstaltung bot eine gelungene Verbindung aus methodischer Reflexion, kreativer Gruppenarbeit und inspirierender literarischer Begegnung.
Im Mittelpunkt der Weiterbildung stand die Frage, wie literarische Texte effektiv und motivierend im Unterricht eingesetzt werden können. Thoma stellte ausgewählte Kurzgeschichten aus seinem Werk vor, darunter Das Idealpaar, Die Stimmen, Im Park, Auf dem Balkon und Der Geburtstag. Diese Texte – meist auf dem Niveau A2 – erwiesen sich als besonders geeignet, um sprachliche und kommunikative Kompetenzen der Lernenden gezielt zu fördern.
Der Referent zeigte anschaulich, dass Lektüre weit mehr ist als reines Lesen oder Hören: Geschichten können Ausgangspunkte für vielfältige Sprech- und Schreibaktivitäten sowie projektorientiertes Lernen sein. Ziel ist es, alle vier Fertigkeiten – Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen – integrativ zu entwickeln und gleichzeitig Freude am Lernen zu vermitteln.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Fortbildung war die Auseinandersetzung mit dem Handlungskatalog nach Bernd Kast (Literatur im Anfängerunterricht). Diese theoretische Grundlage half den Teilnehmenden, Aufgabenformate systematisch zu erfassen und didaktisch zu reflektieren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wurden anschließend in die Praxis umgesetzt: In Gruppenarbeit entwickelten die Lehrkräfte eigene Unterrichtskonzepte zu ausgewählten Geschichten und präsentierten diese im Plenum.
Die intensive Zusammenarbeit führte zu einem lebendigen fachlichen Austausch. Die Kolleginnen und Kollegen diskutierten engagiert über methodisch-didaktische Möglichkeiten der Textarbeit und reflektierten darüber, welche Kompetenzen durch literarische Texte gefördert werden können. Besonders hervorgehoben wurden dabei die Entwicklung von Leseverstehen, Wortschatz, Landeskunde, interkultureller und moralischer Sensibilität, Diskussionsfähigkeit sowie Sprachmittlung.
Leonhard Thomas lebendige und humorvolle Präsentationsweise trug maßgeblich zur positiven Atmosphäre der Fortbildung bei. Seine praxisnahen Beispiele und seine langjährige Erfahrung als Autor und Lehrer machten den Workshop zu einem inspirierenden Erlebnis für alle Beteiligten.
Auch die organisatorischen Rahmenbedingungen konnten überzeugen: Dank der Unterstützung des Hueber Verlags erhielten die Teilnehmenden ein umfangreiches Informationspaket mit Publikationen, Schreibutensilien sowie ein Buch des Autors – eine wertvolle Bereicherung für die eigene Unterrichtspraxis. Auch die Veranstaltungsorte schufen optimale Bedingungen für eine reibungslose und angenehme Durchführung der Fortbildung.

Insgesamt bot die Fortbildung nicht nur neue methodische Impulse, sondern auch Gelegenheit zur Vernetzung und zum kollegialen Austausch. Sie zeigte eindrucksvoll, wie motivierend und wirkungsvoll literarische Texte im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden können – ganz im Sinne von Leonhard Thomas Ansatz: Lernen durch Geschichten, die berühren und zum Nachdenken anregen.
Das Programm wurde vom Amt des Ministerpräsidenten freundlicherweise unterstützt.
UMZ-Team




