Lehrerfortbildung im Studienhaus Wiesneck/Freiburg – Eine Investition in die Zukunft der Bildung
In den malerischen Hügeln des Schwarzwaldes, unweit der Universitätsstadt Freiburg, fand vom 12. bis zum 17. Oktober 2025 ein intensives und vielseitiges Fortbildungsseminar für 20 ungarndeutsche Lehrkräfte statt. Das Seminar mit dem Titel „Methodik und Didaktik des Deutschunterrichts mit Projektarbeiten zu landeskundlichen Themen“ wurde von Herrn Dr. Uwe Berndt geleitet und bot eine breite Palette an methodischen und didaktischen Inhalten.
Ziel der Fortbildungswoche war es, Lehrkräfte aus Ungarn mit modernen Unterrichtsansätzen vertraut zu machen, die nicht nur sprachliche Kompetenzen fördern, sondern auch kulturelle Brücken bauen.
Die TeilnehmerInnen erwartete ein abwechslungsreiches Programm, das Theorie und Praxis gekonnt verband. Bereits am ersten Tag wurden die Grundlagen gelegt: Nach einer herzlichen Begrüßung und Vorstellungsrunde folgte ein Vortrag von Rolf Ackermann vom Kultusministerium, der das baden-württembergische Bildungssystem vorstellte und aktuelle Herausforderungen im Deutschunterricht beleuchtete.
Am Dienstag begeisterte Frauke Mühle-Bohlen mit ihrem Workshop „Mit dem Kopf durch die Wand – Bildhafte Sprache im Deutschen“. Die TeilnehmerInnen lernten kreative Methoden kennen, um Wortschatzarbeit lebendig und nachhaltig zu gestalten – ein echter Gewinn für den Unterrichtsalltag.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Unterstützung von SchülerInnen mit Lernschwierigkeiten, insbesondere im Bereich der Lese-Rechtschreibschwäche. Der Workshop von Silke Heere-Lehmann am Mittwoch bot praxisnahe Einblicke in Fördermethoden bei Dyslexie. Die TeilnehmerInnen diskutierten über inklusive Didaktik und lernten viele Methoden, Spiele und Techniken kennen.

Die Hospitationen in regionalen Schulen ermöglichten authentische Einblicke in den deutschen Schulalltag. Die Beobachtung realer Unterrichtssituationen regte zum Vergleich und zur Reflexion an – ein wertvoller Beitrag zur Professionalisierung – meinten viele in der Gruppe.
Neben dem fachlichen Teil bot das Seminar auch reichlich Raum für kulturelle Erlebnisse. Die Stadtführungen in Freiburg am Montag und Freitag vermittelten landeskundliches Wissen, das direkt in den Unterricht integriert werden kann. Die TeilnehmerInnen erkundeten das berühmte Bächle-System und die historische Altstadt.
Am Donnerstag führte eine Exkursion nach Straßburg, wo das Europaparlament besucht wurde. Die anschließende Stadtbesichtigung war nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch historisch und kulturell bereichernd.
Weitere Highlights waren der Besuch des Klosters St. Märgen und eine Vorstellung im Wallgraben-Theater, die neue Impulse für literarische und kreative Unterrichtsprojekte boten.
Das Studienhaus Wiesneck überzeugte nicht nur durch seine Lage, sondern auch durch seine hervorragende Verpflegung und Unterbringung. Regionale, frische und nachhaltige Küche sorgte für das leibliche Wohl.
Am letzten Seminartag präsentierten die TeilnehmerInnen ihre in Kleingruppen erarbeiteten Unterrichtsprojekte. Themen wie „Green City“, „Mythos Schwarzwald“ wurden kreativ und inklusiv – auch mit den erlernten Methoden ergänzt – umgesetzt. Die Vielfalt der Ansätze – von escape-room durch Learning Apps bis zum Stationenlernen – spiegelte die Offenheit und Innovationskraft der Gruppe wider.
Die Fortbildung in Wiesneck war ein voller Erfolg. Die TeilnehmerInnen kehrten mit neuen Ideen, gestärkten Kompetenzen und wertvollen Erfahrungen zurück. Solche Programme zeigen, wie Bildung Brücken bauen kann – über Sprachen, Kulturen und Grenzen hinweg.
„Wer als Lehrer seine Methoden auffrischen möchte, sollte Wiesneck definitiv auf die Liste setzen – eine Investition in die Zukunft der Bildung.“
Die Fortbildung wurde im Rahmen des bilateralen Abkommens zwischen der Regierung Baden-Württembergs durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg und der Regierung von Ungarn durchgeführt.
Eszter Farkas
Teilnehmerin







