Kurzgeschichten im Unterricht

2024 Mai 22.

Das Ungarndeutsche Pädagogische und Methodische Zentrum veranstaltete einen Workshop am 07.05. 2024 in Fünfkirchen/Pécs im Schülerwohnheim des Valeria Koch Bildungszentrums und am 08.05. 2024 in Budapest im Deutschen Nationalitätengymnasium. Der Titel der Fortbildung war „Achtung Kurzgeschichten: Alle einsteigen!“  Der Trainer war Leonhard Thoma Deutschlehrer, Autor aus Deutschland. Er studierte Literatur und Philosophie in Mün-

chen. Danach war er Sprachassistent in Frankreich und arbeitete dann viele Jahre als Deutschlehrer und Dozent für Deutsche Literatur, die meiste Zeit in Barcelona. Seit über 20 Jahren schreibt er Lektüren für den DaF-Unterricht. Aktuell lebt er als freier Autor in Augsburg und kombiniert das Schreiben mit Lesungen und Workshops in aller Welt.

Der Autor meint, eine Lektüre müsse nicht nur Lesen bzw. Hören bedeuten. Geschichten könnten auch Ausgangspunkt für abwechslungsreiche Sprech- und Schreibaktivitäten sein, auch für kleinere und größere Projekte.

Der Referent stellte einige Kurzgeschichten aus seinen DaF-Lektüren vor und zeigte, wie sich Texte so didaktisieren lassen, dass die im Unterricht zu vermittelnden vier Fertigkeiten (Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen) geübt werden können.

„Die Lektüre sollte – sagte er – den Lernenden Freude bereiten und ein Erfolgserlebnis vermitteln.“ Leonhard Thoma hat seine eigenen Texte in Form einer „Unterrichtsstunde” vorgestellt. Die Teilnehmenden spielten als „Klasse” die vorgeschlagenen Aktivitäten selbst durch. Die Arbeit mit den Texten (Sprachniveau A1-B1) erfolgte dabei weitgehend in Gruppen. Die Gruppen sollten zu den Geschichten eigene Unterrichtskonzepte erstellen. Um die Arbeit zu erleichtern, gab der Referent den TeilnehmerInnen sämtliche methodisch-didaktische Ideen.  Die Ideen und die Präsentation der verschiedenen Gruppen waren ganz unterschiedlich und sorgten auch für viele lustige Momente.

Die TeilnehmerInnen hörten mit großer Aufmerksamkeit der Vorlesung zu. Herr Thoma versetzte sich in die Geschichten als würde er selber eine Rolle darin spielen. Mit großer Begeisterung präsentierte er die für unterschiedlichen Sprachniveaus geschriebenen Erzählungen. Es waren lustige, wendungsreiche Geschichten, tolle Ideen zur Verwendung in dem Unterricht zur Sprachförderung. Mit diesen Geschichten, deren Themen – Freundschaft, Hilfeleistung, Liebe, Nächstenliebe, usw. – die Schüler gerne bearbeiten, kann man den Unterricht interessanter gestalten, die Aufmerksamkeit aufrechterhalten, so wie sie auch bei den Teilnehmern angekommen sind.

Die ganze Fortbildung war wegen der angenehmen Persönlichkeit des Autors locker, spielerisch und humorvoll.  

Nach der Meinung einer der Teilnehmer war die Fortbildung eine lebendige, fantasievolle und humorvolle Präsentation mit nützlichem Material, das er in ihren Unterricht einbauen kann.

Eine weitere Meinung: „Es gibt nur wenige anspruchsvolle, für Jugendliche geschriebene Materialien, die für verschiedene Sprachniveaus geeignet sind, didaktische Ideen enthalten und auf vielfältige Weise in den Unterricht eingebaut werden können.“

Auch die Referenten des Hueber Verlags haben sich an der Fortbildung beteiligt. Der Verlag unterstützt nämlich die Arbeit des Autors und veröffentlicht seine Kurzgeschichten. Der Verlag beschenkte die Teilnehmer mit den Büchern des Referenten, die beim Hueber Verlag zu erwerben sind.

Es war eine lehrreiche, sprachlich und methodisch erstklassige Fortbildung. Die Fortbildung wurde freundlicherweise vom Ministerialpräsidium gefördert.

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